Willkommen

19. Juli 2009

Hallo liebe Freunde,

willkommen auf meinem Blog!

Bald bin ich in China und ich will natürlich, dass ihr immer mit dabei seid und wisst was ich tue und wie’s mir ergeht. Deshalb werde ich hier regelmäßig neue Beiträge senden und euch erzählen was ich mache. Auch Fotos warten darauf online gestellt zu werden.
Damit ihr euch hier gut zurecht findet möchte ich euch schnell einige Funktionen dieses Blogs erklären:

Auf dieser Seite findet ihr immer die neuesten fünf Artikel. Für alle weiteren, älteren Artikel klickt bitte oben auf „Archiv“ und wählt dann eine Rubrik aus.
Für Fotos und Bilder schaut bitte einfach mal in die Rubrik „Ausblick“. Dort werde ich alle möglichen Bilder veröffentlichen und sie soweit es geht nach Themen oder Aufnahmedatum ordnen.
Unter der Steckkarte „Kontakt“ findet ihr meine aktuelle Email-Adresse und Telefonnummer.
Rechts befinden sich mehrere Kästchen. Das oberste zeigt euch die Titel der letzten fünf Artikel an. Das zweite liefert euch Echtzeitinformationen über Dinge die ich momentan mache. Die beiden weiteren Kästchen beinhalten Links zu anderen Seiten von mir oder zu Seiten meiner Freunde. Das Kästchen „Chatten wir“ ermöglicht es euch direkt mit mir zu chatten. Bitte beachtet, dass ich dazu online sein muss. Tippt die Nachricht in das vorgesehene Feld ein und schickt sie ab mit ENTER. Bitte nennt auch euren Namen, sonst weiß ich nicht mit wem ich rede. Weiter unten wird die Anzahl der bisherigen Besucher auf meinem Blog angezeigt.

Also viel Spaß, und immer schön am Ball bleiben!

Euer Martin

ChenYu


Happy Halloween!

1. November 2009

Liebe Freunde!

Dieses Wochenende ist Halloween, ein sehr „unchinesisches“ Fest. Aber wie es denn so ist leben in Shanghai genügend Ausländer, dass es sich wiederum lohnt dieses Fest zu feiern. Für mich war es das erste Mal in meinem ganzen Leben, dass ich mich zu diesem Tag in irgendeine Verkleidung geschmissen habe.

Wir sind alle zusammen in den verrücktesten Kostümen (alles war dabei, sogar eine Sektflasche) in irgendein Hotel, wo im 46 Stock über den Dächern der Stadt eine Halloween Party stattfand.  Und siehe da, es war ein riesen Spaß!

Happy Halloween auch an euch, zusammen mit den besten Grüßen aus Shanghai!

Ich als schreckliches Etwas

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Über den Wolken und trotzdem freie Sicht

21. Oktober 2009

Was gibt es, was es in Shanghai nicht gibt? – NICHTS!

Manch einer möchte meinen, das sei ganz und gar unmöglich, ich sage: doch es ist möglich, denn diese Stadt hat einfach viel zu viel zu bieten. Und ich wäre dumm, wenn ich nicht hin und wieder einige Ausflüge in das sonst Unmögliche unternehmen würde.
Jinmao und JinrongShanghai ist eine Metropole, ein Schmelztiegel für Arm und Reich. Hier kommen die Armen aus den ländlichen Regionen hin, um Arbeit zu finden und die Reichen aus aller Welt, weil diese Stadt ein Umschlaghafen, ein Finanz- und Handelszentrum ist. Dieses unvorstellbar ungerechte Ungleichgewicht bringt auch eine unglaubliche Vielfalt mit sich. Oft ist einem gar nicht so bewusst in welchen Dimensionen sich das ganze bewegt, aber hin und wieder werden einem dann die Augen geöffnet, z.B. wenn man gerade noch in irgendwelchen slumähnlichen Gegenden für 50 Cent vom Grill gegessen hat und sich fünf Minuten später in einer Bar befindet, die Wein im Glas für 30.000 Yuan (ca. 3.000€) anbietet. Gleich raus hier, haben wir uns gedacht und sind weitergezogen!

Ein Dampfer auf dem Huangpu-Fluss

Gestern wollte ich mit einem Freund einen Kaffee trinken gehen. Es war schon abends und er kennt ein gutes Café, meinte er, das Shintori. Wir gingen also durch eines der alten Shanghaier Viertel; enge Gassen, kleine Häuser im europäischen Stil, kaum Platz zum Laufen auf den Gehwegen, denn überall standen Fahrräder. Plötzlich zieht er mich in einen Hauseingang. Sehr merkwürdig, dachte ich, denn dieser Eingang passte gar nicht zum Haus. Das Haus war alt und heruntergekommen; aber der Eingang modern, wenn auch schlicht, aus glattem Beton, grau, wie in das Haus hineingebohrt und dann vergessen worden. Der Eingang bestand aus einigen Stufen die hoch in das Haus hineinführten, keine Tür, kaum Beleuchtung. Wir gingen die Stufen hoch, und plötzlich hörte der Gang auf, keine Tür, kein Nichts, einfach ENDE. In der Wand waren neun Löcher in drei Reihen eingelassen, die von innen beleuchtet wurden. Mein Freund hielt seine Hand in bestimmte Löcher, alles in einer bestimmten Reihenfolge und siehe da, die Wand schob sich beiseite, dahinter ein großes Lokal mit bestem Service. Na wenn das mal kein Geheimtipp ist?!
Ich habe mir sagen lassen, dass der Code am Eingang sich von Tag zu Tag ändert. Man kommt also nicht so einfach rein.

Ein Abend auf der Promenade am Bund

Letzten Monat, als ich endlich meine Studiengebühren losgeworden bin und nicht mehr so viel Bargeld zuhause rumliegen hatte (das kann echt nerven), war ich in absoluter Stimmung etwas Besonderes zu erleben. Ich überlegte nicht lange und mir fiel mein letzter Aufenthalt in Shanghai mit Onkel Heinz ein. Wir waren damals auf Besuch im Hyatt im Jinmao Tower, ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Inzwischen steht in Shanghai schon wieder ein noch höheres Gebäude, das Global Finance Center, gleich gegenüber vom Jinmao. Dieses ist derzeit der zweitgrößte Wolkenkratzer weltweit. Auch in diesem Hochhaus gibt es ein Hotel in dem man, so sagte man mir, sehr gut Kaffee trinken kann. So bin ich also auf in den 87 Stock. Dieses Hotel, das Park Hyatt ist wirklich sehr schön eingerichtet. Schlicht, modern und trotzdem nobel. Neben der Einrichtung ist natürlich der Ausblick kaum zu übertreffen. Man fühlt sich wie in einem Raumschiff oder so, das über Shanghai schwebt. Die Atmosphäre ist sehr angenehm und die Toiletten … vollautomatisch ;) Ich fühlte mich wie ein Steinzeitmensch der die 60er Jahre als modern betrachtet. Nach dem Kaffee fühlte ich mich irgendwie komisch, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Sowas zu erleben ist Wahnsinn, man denkt ja immer man sei zivilisiert, aber sowas übersteigt dann alles Vorstellbare.

Blick nach draußen

Ich grüße euch ganz herzlich aus dieser Stadt der absoluten Gegensätze, in der man Dinge erlebt, für die es kaum Worte gibt, weil sie ganz einfach zu neu sind!

Unser Platz

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Good good study, day day up!

13. Oktober 2009

Liebe Freunde!

Sicher fragt ihr euch manchmal, was genau ich hier in Shanghai eigentlich mache außer leben und Fotos online stellen. Deshalb hier ein kurzer Artikel zu meinem Uni-Leben.
Teil meines Studiums in Deutschland ist ein Jahr Aufenthalt in China; dazu gehört ein einsemestriges Studium an einer unserer drei Partneruniversitäten und anschließend ein 6-monatiges Unternehmenspraktikum in chinesischem Umfeld.

Universität Haupteingang

Momentan studiere ich also in Shanghai an der East China Normal University.
Fokus des Studiums ist Wirtschaftschinesisch. Wir haben dazu einen speziellen Lehrplan von unserem Chinesisch-Dozenten in Bremen erstellt bekommen. Der Lernaufwand ist wirklich enorm. Zwar ist es gut, dass ich mich nun nur auf eine Sache, nämlich Chinesisch konzentrieren kann. Allerdings die Menge an Vokabeln und Grammatik pro Tag machen es nicht gerade leichter. Zusätzlich schreiben wir pro Woche einen Aufsatz, bekommen jede Menge Hausaufgaben und müssen regelmäßig Präsentationen über die chinesische Wirtschaftssituation und ähnliche Fachthemen auf Chinesisch halten.

Mit Herrn Shi

Unsere beiden Dozenten sind sehr gut!
Herr Shi hat bereits viele Jahre Erfahrungen mit unserem Studiengang gesammelt und legt großen Wert darauf, dass wir alles verstehen. Die Art wie er den Stoff vermittelt ist ganz große Klasse, sowas erlebt man nur selten. Wenn er einmal ein Wort, Zeichen oder Ähnliches erklärt hat, vergisst man es nur schwer wieder. Außerdem hat seine Methode irgendwie auch den Effekt, dass man nicht nur das erklärte Wort, sondern auch gleich zehn weitere besser versteht. Frau Weng ist eine sehr freundliche aber auch strenge Lehrerin. Sie zieht voll durch und lässt nichts aus, was für uns nicht immer besonders einfach ist, man lernt aber dadurch auch sehr viel bei ihr.
Bei Herrn Shi lernen wir unser Hauptfach, Chinesische Wirtschaftssprache, bei Frau Weng lernen wir hingegen Lese- und Hörverständnis und Alltagschinesisch. Insgesamt haben wir also drei verschiedene Veranstaltungen, diese dafür aber sehr intensiv.

Auf dem Weg zum Klassenraum

Unser Unterricht findet in der Fakultät für Chinesisch als Fremdsprache statt. Es sind also jede Menge Ausländer um uns herum und wir können so auch Kontakte mit Leuten aus anderen Ländern oder sogar aus Deutschland knüpfen. Leider ist das nicht immer so einfach, denn durch unseren Studiengang haben wir gesonderte Konditionen und nehmen nicht am gleichen Programm teil wie die anderen, sondern haben unsere eigene Klasse.

In der Pause

Unsere Universität, die East China Normal University (dt.: Pädagogische Universität Ostchinas) gehört durch ihren Status zu den Pädagogischen Hochschulen. Ihr Fokus liegt also vor allem auf der Ausbildung von Lehrern. Allerdings gibt es durchaus auch andere Fachrichtungen, die hier angeboten werden. Die Universität wurde im Oktober 1951, zwei Jahre nach Gründung der Volksrepublik, im Westteil Shanghais gegründet und ist die erste pädagogische Universität der V.R. China.
Schon einige berühmte Leute haben von hier absolviert, einer davon ist Liu Xiang, chinesischer Hürdenläufer, er brachte bei der Olympiade 2004 Gold für China. Inzwischen ist er hier eine Art Nationalheld und ich denke auch ihr wisst wen ich meine.

Frau Weng

Inzwischen beschäftigt die Universität etwa 1.700 Vollzeit-Dozenten, darunter 1.100 Professoren.
Mit ihren Fakultäten deckt die ECNU etwa 61 Studienprogramme, 130 Doktoren-Programme und 170 Master-Studiengänge in den Naturwissenschaften,  Kunst, Unternehmensführung, Ingenieurswissenschaften, Recht und Bildung, Philosophie und Geschichte ab. Insgesamt studieren an der ECNU etwa 21.000 chinesische Studenten und zusätzlich dazu etwa 2.700 ausländische Studenten. Die Universität ist besonders bekannt für ihren guten Ruf in der Vermittlung von Chinesisch als Fremdsprache.

Während dem Unterricht

Inzwischen verfügt die Universität über zwei Campi. Der neue Campus befindet sich weit außerhalb der Stadt und ist nur schlecht erreichbar. Zum Glück sind wir auf dem alten Campus in der Stadt. Dieser ist sehr schön und hat neben den ganzen Einrichtungen eine wunderschöne Grünanlage mit vielen Bäumen, Alleen, Wiesen und sogar ein kleiner Fluss schlängelt sich über den Campus. Sobald man den Campus betreten hat befindet man sich also in einer ganz anderen Welt, viel ruhiger wie sonst in Shanghai üblich.

Ab Dezember werde ich dann mein Praktikum als Assistent in der Bremischen Vertretung, in der AHK in Shanghai machen.
Ich sende euch die besten Grüße aus dieser Stadt und hoffe es geht euch in Deutschland gut! Ich für meinen Teil bin froh, dass ich zurzeit nicht da sein muss. Ich hätte wohl keine Lust auf dieses Wahlchaos. Ich hätte mich eher nur zu Tode geärgert!

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Lebenszeichen

10. Oktober 2009

Liebe Freunde!

Seit einiger Zeit schon sind hier keine Beiträge mehr erschienen. Einige dachten sich vielleicht schon, dass ich diesen Blog aufgegeben habe. So ist es aber nicht!

Dass ich so lange nichts geschrieben habe tut mir sehr leid! Aber wie so alles im Leben hatte auch dies einen besonderen Grund:
Im Rahmen der Nationalfeierlichkeiten „60 Jahre Neues China“ hat die Chinesische Regierung aus Angst vor Unruhen und Terrorakten ihre Internetpolitik verschärft und weitere Zugangsports ausfindig gemacht, um diese zu blocken. Leider war auch meiner dabei, und so konnte ich einige Zeit auf viele Seiten nicht zugreifen; mein Blog ist leider auch eine dieser Seiten.

Das war also der Grund wieso ich in letzter Zeit wirklich keine Artikel veröffentlichen konnte. Neue folgen aber bald!

Viele liebe Grüße aus Shanghai!

Euer Martin

Lebenszeichen


Besuch aus Wuhan

16. September 2009

Liebe Freunde!

Lange ist es her seit meinem letzten Bericht. Leider komme ich viel zu selten zum Schreiben. Es ist hier sehr viel los; viel zu erleben, viel zu tun und jede Menge Hausaufgaben!!!
Nun möchte ich euch kurz berichten was in den letzten zwei Wochen vorgefallen ist. Hier erst mal ein Bericht der letzten Augustwoche:

Helen, Chen Chen, die Oma und ich auf der Nanjing Road

Einen Tag nach meinem letzten Bericht traf meine Gastmutter (Helen, einige kennen sie von ihrem Besuch in Deutschland) zusammen mit ihrer Tochter (Chen Chen) und Mutter hier in Shanghai an. Sie wollten gerne mal sehen wir es mir hier ergeht. Außerdem war Chen Chen noch nie richtig in Shanghai, nur einmal als sie noch sehr jung war.

Im Volkspark auf dem Volksplatz im Shanghaier Stadtzentrum

Am Dienstag den 25. August trafen also alle am Shanghaier Hauptbahnhof ein. Jin Bo hatte bereits vorher für Unterkunft in einem Hotel nicht weit von uns gesorgt. Ich habe alle vom Bahnhof abgeholt.
Den ersten Tag sind wir etwas ruhiger angegangen. Helen wollte sich unsere Wohnung ansehen, um sich ein Bild davon zu machen. Abends waren wir noch etwas essen.
Am nächsten Tag haben wir uns früh getroffen und haben eine Tour durch die Stadt gemacht.

Helen und Kadir vor Shanghaier Skyline

Auf dem Programm standten Orte wie
der Volksplatz; das Shanghaier Zentrum,
die Nanjing Promenade: Shanghaier Einkaufs- und Flaniermeile,
der Bund: Die Shanghaier Hafenpromenade mit ihren alten, prächtigen Kolonialbauten,
Pudong: Chinesisches Finanzzentrum auf der Ostseite des Huangpu Flusses (Pudong), mit seinen vielen Wolkenkratzern
und natürlich

Shanghaier Fernsehturm
Die Perle des Orients: der Shanghaier Fernsehturm, mit seinen 468 Metern Höhe
Dort haben wir eigentlich die meiste Zeit verbracht. Das dauert auch bis man von ganz oben bis ganz unten kommt.
Abends waren wir natürlich wieder reichlich essen.

Ich auf dem Fernsehturm; unten Glasboden

Am Donnerstag wollte Helen ins Shanghaier Umland in ein Outletcenter fahren. Wir sind dort alle zusammen mit einem Freund von mir hingefahren. Ausgerechnet an dem Tag war es sowas von heiß. Und leider mussten wir in dem Outletcenter immer rein und wieder raus, um von einem Laden in den anderen zu kommen. Das heißt: Sonne-Klimaanlage-Sonne-Klimaanlage usw. immer Temperatursprünge von bestimmt 15°C.
Die Klamotten waren alle sehr herabgesetzt, aber dennoch schweineteuer. Alles nur Markenware; Boss, Esprit und wer weiß was noch. Ich kenne mich da ja nicht so aus.
Abends waren wir im alten Shanghaier Touriviertel, Chenghuamiao, essen.

Altes Shanghaier Stadtviertel

Am Freitag mussten Helen, Chen Chen und die Oma wieder weg, denn die Woche drauf ging auch für Chen Chen die Schule wieder los. Das waren wirklich ein paar aufregende Tage. Bevor alle gefahren sind haben Helen und die Oma noch bei uns die Küche eingeweiht. Anbei bekommt ihr auch einige Fotos. Viel Spaß beim Ansehen! Und an alle die Helen kennen: „Viele herzliche Grüße von ihr!“

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